Im August auf und neben der Saale von Gerhard

Schon lange wollten wir eine Tour auf der Saale unternehmen. Letztes Jahr habe ich bereits per Fahrrad ein Teilstück des Saaleradweges erkundet. Nach dem Studium einiger Karten und Infos aus dem „Kanusport“ war klar: Wir paddeln von Camburg nach Weißenfels. (ca. 55 km).

Also den Canadier und die Fahrräder in und auf das Auto und los geht’s. Zuerst nach Weißenfels, wo wir in einem vorab gebuchten Hotel die Räder unterstellen konnten. Nun weiter nach Camburg zur Einsetzstelle. Dort befindet sich eine Kanustation, wo wir von den Betreibern wertvolle Hinweise –Niedrigwasser!- bekamen. Auch eine Kopie vom Flussführer mit Sehenswürdigkeiten, Unterkünften usw. bekamen wir mit auf die Reise. Geplant war eigentlich eine Übernachtung in Camburg und Paddelstart am nächsten Morgen, aber es hatte alles bisher prima geklappt, das Wetter bestens, erst ca. 16:00 Uhr, und so beschlossen wir gleich los zu paddeln, vielleicht bis Bad Kösen. Also Auto vor der Kanustation geparkt, Boot beladen, und auf geht’s. Schon nach kurzer Zeit beeindruckte uns die Schönheit der Natur um uns herum sehr. Oft sahen wir z.B. Eisvögel vor uns her fliegen.

Dank der Hinweise der Betreiber der Kanustation waren wir gewarnt und versuchten die Grundberührungen auf ein Minimum zu begrenzen. Einmal mussten wir jedoch mitten im Fluss treideln. Gegen 19:00 Uhr erreichten wir Bad Kösen, wo wir vor dem Wehr aussetzten, das Boot konnten wir privat bei netten Leuten im Garten unterstellen.

Zu Fuß sind wir dann zur Stadt und nach wenigen Fragen hatten wir auch schon eine Unterkunft, direkt am Wasser; Hotel Loreley. Am nächsten Morgen erkundeten wir zuerst die Einsatzstelle hinter dem Wehr und schauten uns dann die Stadt an.

Eindrucksvoll ist das alte Gradierwerk oben auf dem Berg. Der Antrieb zur Förderung der Sole ist noch original erhalten. Er wird von einer Wassermühle der Saale angetrieben und über mächtige Hebel aus Holz zur Quelle übertragen. Heute wird allerdings die Haupt- Soleförderung per moderner Technik erledigt. Wirklich sehenswert.

Dann wieder ins Boot und weiter Richtung Naumburg. Renate konnte immer besser Flachstellen rechtzeitig erkennen, und so erreichten wir fast ohne Aufsetzen das Naturwehr kurz vor Naumburg. Das Umtragen war auch hier problemlos, eine nette Radlergruppe bestaunte unsere Paddelkünste beim Einsetzen gegen die Strömung. In Naumburg mündet die Unstrut in die Saale, ab hier fahren auch Fahrgastschiffe und Motorboote. Jetzt gibt es nur noch Schleusen, keine Wehre. Nur die Schleusenzeiten sind sonderbar. Manche schleusen nur am Wochenende, einige auch an bestimmten Wochentagen, aber nie alle an denselben Tagen. Egal, wir können ja umtragen. Nun ist aus der spannenden Saale mit Strömung ein eher langweiliger Fluss mit stehendem Wasser geworden.

Bis Weißenfels zog es sich, das Wetter wurde schlechter, mit dem Einsetzen der ersten Regentropfen erreichten wir einen Ruderverein, wo wir unseren Canadier unterstellen konnten. Nun die Sachen für die Übernachtung mitnehmen und zu Fuß zum Hotel. Dort haben wir dann wieder bei bestem Wetter den Abend verbracht. Am nächsten Morgen erhielten wir unsere Räder und der zweite sportliche Abschnitt der Reise begann, nämlich die Radtour auf dem Saaleradweg zurück nach Camburg.

Leider wurde eine Brücke restauriert, der Umweg führte hoch über die Rudelsburg. Für Renate war klar: Daran war ich schuld. Aber als wir oben die tolle Aussicht genießen konnten, und es jetzt nur noch bergab ging, war alles wieder OK. Schön war die Altstadt von Naumburg, weiter durch Bad Kösen, wo das Gestänge vom Gradierwerk wieder in Bewegung war. Camburg erreichten wir am frühen Nachmittag, wo das Auto stand. Also Räder aufs Auto und ab nach Weißenfels, wo ja noch das Boot liegt. Das Boot aufladen, nun war alles wieder komplett, wir fuhren direkt nach Hause.

Wir würden diese Tour ev. im Frühjahr bei höherem Wasserstand (vielleicht als Vereinsfahrt?) wiederholen. Die Kombination Radeln, Paddeln ist doch prima, man braucht auch keine Autos umsetzen.